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St.Galler
Tagblatt 13. Mai 1998
Konzept-Kunst zwischen dem Hör- und Sichtbaren
VON DANIELA HERMANN
Optische Eindrücke in Musik umsetzen, das Hörbare ins Sichtbare umzuwandeln
ist das Ziel der seit 1992 zusammenarbeitenden Künstlerinnen Marianne Kipp
und Sibylla Giger. In der "Splügen-Ecke" gaben sie einen Einblick in ihr
Werk: Gelb, erdfarbig, leicht-rissig sind die Bilder, die dem Besucher beim
Betreten des Raumes auffallen: Wärme strahlen sie aus. Ihre Titel verraten
es: "Afrika" (Marianne Kipp) und "Wärme" (Sibylla Giger). Abstrakt drücken
sich beide Künstlerinnen aus. Marianne Kipps Arbeiten im Kleinformat tragen
den Gesamttitel "Reisebilder" und stehen in Verbindung mit der neuerschienenen
CD "Reisemusik", die kürzlich einen Preis der Stadt Hamburg bekommen hat.
Ton und Bild als roter Faden
"Die Verbindung von Ton und Bild bildet den roten Faden in unserem Schaffen",
sagt Marianne Kipp, die abwechselnd in Hamburg und auf der Insel Elba lebt
und arbeitet. Zusammen mit Si-bylla Giger gründete sie eine Werkstatt für
improvisierte Musik in Marina di Campo auf Elba. "Ein Wechselspiel" nennt
die St.Gallerin Sibylla Giger das Verbinden von optischen und musikalischen
Impressionen mit Bildern und Objekten. In ihren früheren Ausstellungen in
St.Gallen zeigte sie Metallarbeiten, an welche diesmal noch die Klangwand
III sowie die freistehenden "Tafeln" erinnern. . In einer grossen Arbeit
hat die Künstlerin "Préludon" von Sofia Gubaidulina sichtbar gemacht: winzige
Bleistiftzeichnungen, die ineinander, übereinander, aufeinander "fliessen".
"Wie die Streicherparts in ihrem Werk", schwärmt Sibylla Giger.
Neue Ideen
Seit einem Jahr entwickeln die beiden experimentierfreudigen Frauen neue
Hör- und Bildkonzepte: Als Instrumente werden Keyboard (Sibylla Giger) und
Cello, Bass, Percussion (Marianne Kipp) eingesetzt. Die Bereitschaft, etwas
Neues zu hören, sich auf ein Abenteuer einzulassen, wird vom Zuhörer verlangt.
Die Bilder bilden dabei den Raum (nicht den Rahmen). So entstehen neue Kommunikationsformen
zwischen Künstler und Zuhörer.
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St.Galler
Tagblatt 7. Mai 1998
Ereignisse in Ton und Bild
Die beiden Künstlerinnen Marianne Kipp und Sibylla Giger verbinden in ihrer
Arbeit das Sichtbare mit dem Hörbaren. So laden die beiden denn auch am
Samstag, 9. Mai um 19 Uhr zur Vernissage und um 20.30 Uhr zum Konzert in
die Splügenecke ein: Dabei stellen sie ihre CD "Reisemusik" vor; welche
kurz nach Erscheinen einen Kompositionspreis der Stadt Hamburg gewonnen
hat.
Jede der beiden Künstlerinnen sammelt und ordnet Inspirationen in Bild und
Objektform und stellt die entsprechenden Werke an den Beginn von Musik.
Komposition ist bei ihnen nicht Direktion von Tempo und Metren sondern vielmehr
das Erkennen von Struktur im Alltag, im Chaos und nicht zuletzt in der Natur.
Optische Impressionen übersetzen sie in musikalische Äusserungen.
Die beiden Frauen haben vor sechs Jahren auf der Insel Elba eine Werkstatt
für improvisierte Musik gegründet.
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Il
Tirreno 12 settembre 1997
Suoni e immagini nel centro "Signorini"
PORTOFERRAIO - Concerto domani (alle ore 21.30) al centro arti visive e
figurative Telemaco Signorini. Lo terranno due artiste Sibylla Giger e Marianne
Kipp di origine tedesca, note al pubblico elbano. L'appuntamento si preannuncia
particolarmente interessante per il modo con il quale viene a presentarsi,
grazie alla complementarietá dei suoni e delle immagini in un gioco scenico
e coreografico sconociuto ai piú. Le tastiere, il violoncello, il basso,
per percussioni trasformano il visibile in tempo udibile. "Il nostro comporre
- sostiene Sibylla Giger - non e direzione di tempo, metri, durata, ma e
completamente diverso e si identifca neI tradurre l`impressione ottica in
espressione musicale risvegliando negli ascoltatori la voglia di sconosciuto".
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St.Galler
Tagblatt 10. August 1993
Herisau: Bilder, Musik, Performance
Am Freitag, 13. August, findet im Kulturzentrum Altes Zeughaus in Herisau
um 19.30 Uhr die Vernissage einer dreitägigen Ausstellung von Bildkompositionen
und Klangobjekten der St.Gallerin Sibylla Giger sowie Bildern der Hamburgerin
Marianne Kipp statt. Die Bildkompositionen von Sibylla Giger sind als Inspirationsquelle
konzipiert und werden am selben Abend musikalisch umgesetzt von der Gruppe
"XX Musik". Die Formation hat dank innovativem Umgang mit Konzeptimprovisation
bereits verschiedentlich von sich reden gemacht und bietet dem offenen Ohr
durch aussergewöhnliche Ideen und Besetzungen immer wieder neue Zugänge
zu musikalischen Aspekten an. Den Medien Bild und Ton wird durch die Performerin
Gabriele Forster die Bewegung hinzugesetzt, woraus sich eine vierte, immaterielle
Ebene ergibt.
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St.Galler
Tagblatt 27. Juli 1996
Bild und Musik
VON DANIELA S. HERMAN
Sibylla Giger zeigt Metallobjekte in St.Gallen In den Räumen eines. Umbauobjektes
an der Ilgenstrasse 27 in St.Gallen zeigte am Wochenende die St.Galler Künstlerin
und Musikerin Sibylla Giger ihre neusten Werke. Die Ausstellung "Tafeln
und Töne" ist ein bildnerischer Ausdruck ihres Wirkens als Musikerin.
Die holzgetäfelten dunklen Räume bilden einen wirkungsvollen Rahmen für
die geritzten, geschweissten oder bemalten Metallobjekte, die alle in enger
Verbindung mit den Klängen im Hintergrund stehen. Musik dient Sibylla Giger
als Bildinspiration; die Bildkomposition als Musikinspiration: "Die Werke
sind als Ausdruck meines Empfindens entstanden. "Wenn ich male, male ich
Musik. Beim Malen entsteht dann wieder neue Musik", sagt die Künstlerin
zu ihrem Schaffen. Sibylla Giger gehört zur Gruppe "XX Musik", deren Projekt
"Keine Angst vor Tönen" auch bildnerische Auseinandersetzung mit dem musikalischen
Konzept umfasst.
Somit bilden die Objekte, ob in Form von Röhren ("Erzählung in 14 Tönen
auf drei Röhren") oder Wegweisern und Tafeln ("Lineare Notation", "Lebendiges
Chaos") immer auch Klangwände und Klangröhren, die die Urform des Geräusches
sichtbar machen.
Sibylla Giger experimentiert gern: Freie Improvisationen, Videoexperimente,
Workshops füllen ihr Arbeitsprogramm. Entstanden sind dabei harmonisch gestaltete
Objekte in Schwarz, Gold, Silber und Rost; sie wirken genauso stark wie
die anlässlich ihrer Ausstellung zum Thema "Ich gehe zum Stein bis er bricht"
(1989) gezeigten Werke. Einige dieser assoziativen Bilder fanden Platz am
Rande der Ausstellung "Tafeln und Töne".
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Die
Ostschweiz 27. Juli 1996
Metallobjekte von Sibylla Giger
Nachdem die St.Galler Künstlerin und Musikerin Sibylla Giger ihre Metallobjekte
bereits im Ausland in AusstelIungen und Konzerten präsentiert hat, sind
sie am Wochenende nun in St.Gallen zu sehen. Die "Tafeln und Töne" werden
in Privaträumen an der Ilgenstrasse 27 gezeigt.
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Die Ostschweiz 13.
Juli 1993
St.Gallerinnen zu Gast am Musikfestival "Suoni e
Sound" in Elba
Im Rahmen des Festivals "Suoni e Sound", einem Forum für Neue Musik und
Bildende Kunst, das zum Sommerbeginn in Portoferraio, Insel Elba, stattfand,
trat auch die Gruppe XX Musik auf: Regula Wagner und Sibylla Giger, beide
aus St.Gallen, sowie Charlotte Weniger (Düsseldorf) und Marianne Kipp
(Hamburg). Im Palazzo Delaugier, in dem sich das Kunstmuseum der Insel
Elba befindet, wurden ausserdem Bildkompositionen von Sibylla Giger ausgestellt.
Die Bilder wurden durch frei improvisierte Musik inspiriert und dienten
wiederum als Vorlagen für Stücke der Gruppe XX Musik. Für die St.Gallerinnen
und ihre deutschen Kolleginnen bedeutete die Einladung nach Portoferraio
eine grosse Chance, zumal es nicht viele Foren für freie Musik, wo Austausch
und neue Inspiration möglich sind, gibt.

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Appenzeller Zeitung
30. August 1990
Vielgestaltiges zum Weltbefinden
VON REGULA LENDENMANN
Ausstellungen in "Eigenregie" führen oft ein Mauerblümchendasein, denn
neben Bekannten und Verwandten zieht es selbst ein sonst vielpräsentes
Kunstpublikum da höchst selten hin. An Platz jedenfalls, wie dies eine
erste Bildbegegnung "zu viel, zu eng" beim Treppenaufstieg illustriert,
konnte es im Herisauer Alten Zeughaus nicht fehlen. "Fast zu gross für
meine Sachen", bestätigte auch Sibylla Giger und stellt nun allein, nur
auf einem der vier Stockwerke, aus.
In Serien von dicht aneinandergehängten Kleinformatbildchen, zwei Objekten
sowie verschiedenen Mischtechniken als Einzelwerke drückt die junge St.Gallerin
persönliche Befindlichkeiten, die Betroffenheit am Zeit- oder Weltgeschehen,
aus. Ihren thematischen Halt fand sie, wie bereits vor einem Jahr in St
Gallen ausgestellt durch die innere wie äussere Strukturenvielfalt im
Stein. Nun brechen diese Zeichenträger von menschlicher Verhärtung, Beharrlichkeit
der Natur; oder emotionalem Widerstand auf: SibyIla Giger lässt Ihren
"Energien" freien Lauf und alltägliches Erleben, durchzogen vom breitflächig
esoterischen Erfahrungsgut, spiegelt sich darin wieder.
Alles in Ordnung?
Was bei der Stein-Serie in zeichnerischer Schlichtheit geschlossen durch
die Auflösung von Schwere wirkte, hat sich nun, gestalterisch unbekümmert
in vorwie-gend figürlichen Formgerüsten verflüchtigt. Sie male sich die
Unruhe von der Seele, erklärt Sibylla Giger, was beim Zwischenmenschlichen
beginnt und bis zum verzierten "Weltschutzpfahl" mit eingeschnitzten Runenzeichen
reicht. Die rückbesinnende Interpretation altgermanischer Kulte also:
ob nun wirklich persönliche Hoffnung oder Ironie gegenüber dem allgegenwärtigen
Flüchten vor der aufreibenderen Auseinandersetzung mit Zukunftsängsten,
wird nicht ganz klar.
Das menschliche Leiden an Körper, Seele und Geist drückt sich vehementer
noch in einer Gipsbüste aus: Natürliche Materialien deuten weich die Sinnesorgane
an, während scharfe Schiefersplitter Haarstoppeln ähnlich den Kopf oder
die Vorherrschaft des Verstandes durchstechen. - "Alles I.O.?" fragt denn
auch ein dreiteiliges Werk, wo im Zentrum Strichfigürchen vor tiefem Abgrund
gestikulieren und ein Spiralmuster sich gegenläufig zum mutierten Gen-
oder Fischlarvengebilde auf der anderen Seite dreht.
Breitgefächertes Themenrepertoire
Flecken- oder schattenhaft aufgelöste Gestalten malen Beziehungsschwierigkeiten
aus. Der licht umrissene "Blick nach innen", formale Artikulationen oder
das mehr ins Universelle weisende Harmonie-Bedürfnis fächern eine ziemlich
wechselmütige Bildsprache auf: Jugendlich "flippig" bis poppig die kleinen,
dickgerahmten "Weibsbilder", als Humoreske zur entarteten, oft frauenverachtenden
Musikkultur vielleicht. Und ein hohes, blauumrandet gelbes "i wie Idee",
bringt schliesslich das Auge auf den roten Punkt. - Eine Ausstellung also,
weder allzu kopflastig, noch überaus kunstvoll; wohl aber vom Psychologischen
her; im Zusammenwirken von allgemeiner Lebensangst und alchimistischen
Tendenzen als Hoffnungsträger interessant.

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Appenzeller
Zeitung 15. August 1989
Steine als Assoziationsbilder
VON REGULA LENDENMANN
"ich geh zum stein bis er bricht", überschreibt Sibylla Giger ihre Ausstellung,
di bis zum 26. August in der Passepartout-Galerie St.Gallen zu betrachten
ist. Weil sie gerade im Beruf als Dolmetscherin mehr Sprachlosigkeit denn
echte Verständigung fand, begann die junge St.Gallerin Sibylla Giger autodidaktisch
zu malen. Inhaltlicher Bezug wie Ausgangspunkt bildet darin der Stein als
Ausdrucksträger von elementarem Naturerlebnis und persönlichem Befinden:
Der Stein, Urmaterial der Erde, birgt viele Geheimnisse. Zur Ausstellungseröffnung
las die St.Galler Lyrikerin Barbara Breitenmoser aus ihrer noch unveröffentlichten
Textsammlung "Diagonalzug der Zeit" und griff damit sprachlich Teilaspekte
der präsentierten Bilder auf: das Überdauernde, Zeitlose des Steines, das
Aufbrechen und Zerbröckeln der Ewigkeit in Augenblicke, die Spannkraft zwischen
Verhärtung und lebendigem Widerstand.
Innere Steine aufbrechen
Sibylla Giger möchte sich nicht auf die vielfältige Darstellung äusserer
Gegebenheiten von Bergen, Felsen, Kristallen, zerklüftetem Gestein bis hin
zum winzigen Kiesel beschränken. Sie benützt diese vielmehr als geistiges
Werkzeug, als Gesprächspartner zur freien Umsetzung in die Raumzonen von
monumentaler Wirkung und persönlicher Wirklichkeit. Das Aufbrechen in die
eigene Versteigerung. Die elementaren, geometrischen Formen sind weniger
der rationalen, konstruktiven Kunst zuzuordnen, sondern weisen mehr auf
eine expressive Inhaltsmalerei: Die Zerrissenheit des Menschen zwischen
dem Drang nach Klarheit mit Zwängen und starren Formen gegen den emotionalen
Widerstand, der nach Veränderung und somit Leben sucht. Auch farblich zeichnen
sich Kontraste ab, die vom Schwarzweiss; zuweilen mit feinen Buntakzenten,
bis zu ungewohnter Konstellation in leuchtenden Flächen oder zeichenhaft
rhythmischer Strukturierung reichen, während die Komposition wiederum den
Zusammenhalt der oft freischwebenden Trümmer und mineral- oder kristallfarbenen
Splitter bewirkt.
Vielfältige Ausdrucksformen
Sibylla Gigers Formensprache bewegt sich zwischen markant umrissener Zeichenhaftigkeit
und gestisch eruptiver Abstraktion. Durch das Schablonenhafte, dis eigenwillige
Stilisierung seelischer Zustände, schmelzen persönliche Ge-fühlswelt und
allgemeingültige Erfahrungswerte zusammen. Mühelos wird die oft verschlüsselte
Grundthematik des Steines ständig durch wechselseitige Beziehung erweitert,
neu gewichtet und somit vertieft. Was die Künstlerin mit der Wandserie in
unzähligen, kleinformatigen Werken anschaulich präsentiert. Von der Maserung
des Steines ausgehend, gestalten hingetupfte oder lineare Strukturfelder
den begrenzten Raum. Aussparung und Masse illustrieren beharrliche Stille
oder Einsamkeit, während bedrohliche Keilränder und Kanten eher auf Ängste
und Schmerz deuten. Der Drang, das Feste, Harte zu durchbrechen, zu durchlöchern,
steht dem Auflegen von weicheren, feineren Zügen gegenüber. Die Versteinerung
der Sprache wird zur Sprache, oder auch Schrift, mit Steinen, über oder
auf Steine. Die Spannung und Vielfalt der Formen, Farben und Strukturierung
von Natursteinen spiegelt sich in Thematik und Ausdruck der Bilder wider.
Sibylla Giger wirft Steine ins Empfindungsgewässer und fährt den Kreisen
nach.
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Annabelle Juli 1989
Bilder von vier Händen
VON LISELOTTE WILDI
Im Zürcher Frauenbuchladen an der Gerechtigkeitsgasse 6 sind bis zum 22.
April Bilder von zwei Künstlerinnen zu sehen. Das Besondere daran: Die Frauen
haben die Werke gemeinsam gestaltet. "Kompositionen für vier Hände" heisst
denn auch die Ausstellung.
Raphaela Schwyter, 31, ist Schriftstellerin, und Sibylla Giger, 29, ist
Kunstmalerin. Sie haben bis jetzt etwa dreissig Werke zusammen geschaffen.
Die Ausstellung im Frauenbuchladen ist ihre dritte. Die dort gezeigten Bilder
sind dem Thema "Frauen" gewidmet, sie wurden speziell für diesen Ausstellungsort
geschaffen. Die acht meist grossformatigen Bilder sind in Mischtechnik gemalt,
verwendet wurden Dispersion, Acryl und ab und zu Fellstücke oder Plastikfolieteilchen.
In ihnen wurden Schrift und Malerei kombiniert, verbaler und optischer Eindruck
ergänzen sich.
"Da stehen wir vor der leeren Leinwand und reden miteinander, was draufkommen
soll", beschreibt Sibylla Giger den Prozess. Und gleich fügt sie hinzu:
"Leicht ist ein gemeinsames Schaffen überhaupt nicht, im Gegenteil!" Es
habe bei der Ausarbeitung manchmal Streit gegeben, es sei so eine Art Machtkampf
entstanden. Schwierig, wenn man nicht mehr rein intuitiv drauflos werken
kann, wenn man alles besprechen soll.
Gleichwohl haben sich beide in den Kopf gesetzt, auf diese Art kreativ zu
sein. Einerseits finden sie es spannend, Form und Farbe, Worte und Inhaltliches
zu mischen. Anderseits könne auch viel Einsamkeit überwunden werden. Warum
sollen denn Künstlerinnen und Künstler immer allein im Atelier hocken? Versuchen
wir's doch gemeinsam, haben sie sich gedacht. So sind Titel entstanden wie
"Zeitungsfrau im Regen", "Hommage aux femmes oubliées" und "Wirft ihre Schatten
wie sie will". Die Preise bewegen sich zwischen 700 und 1800 Franken. Den
Erlös teilen sie hälftig.
Kennengelernt haben sich die beiden Frauen vor mehr als zwei Jahren. Sie
hätten eine persönliche Beziehung gehabt, sich angenähert, wieder voneinander
entfernt. Im Moment brauche jede Distanz, auch beruflich. Vielleicht wendet
sich Raphaela Schwyter einem zweiten Buch zu. Ihr Erstling, "Venus oder
Einzelhaft", ist 1987 in der edition sec 52 erschienen. Und Sibylla Giger
will demnächst nach Berlin gehen, um an der Hochschule der Kunst ihre Maltechnik
zu vervollkommnen.

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Regional
Zeitung 25. März 1988
Wort und Bild als Einheit
hr.
"Schau mich an. Sprich zu mir ... " unter diesem vielversprechenden Thema
zeigen in der Galerie "s'Büdeli" in Eschlikon zwei junge Frauen ihr Gemeinschaftswerk.
Sibylla Giger, Malerin und Raphaela Schwyter, Schriftstellerin, ist es in
dieser Ausstellung gelungen, Worte mit visuellen Eindrücken zu verbinden.
Aussergewöhnlich
Die Ausstellung im Büdeli ist interessant und aussergewöhnlich. Die Verschmelzung
von Wort und Schrift, gepaart mit Fantasie, sprengt den Rahmen des Herkömmlichen
und regt zum Denken an. Man/frau spürt im Hintergrund die Problematik und
Spannung im Leben der zwei aussergewöhnlichen Frauen und ihre Suche nach
schöpferischem Ausdruck, Liebe und Eigenständigkeit.
Feminin und leicht
Die junge Malerin Sibylla Giger stammt aus Aadorf und befasst sich seit
langem mit den verschiedensten Techniken und Möglichkeiten der Malerei:
Alle ihre Werke haben eines gemeinsam, wirken diese doch sehr fein und feministisch,
auch dann, wenn das grafische Element stark zum Ausdruck kommt. Sibylla
Giger wählt häufig zarteste Farben, sehr oft lichte Blautöne, aber auch
Schwarz, dem die Härte in Verbindung mit anderen Farben genommen wird.
Wort als Ausdruck
Raphaela Schwyter, eine junge Zürcherin, hat sich die Sprache als Ausdrucksform
gewählt. Im Büdeli liegen von ihr Werke auf, und vor kurzem sind Fragmente
aus ihrem Buch "venus oder einzelhaft" in Zürich vorgelesen worden. Ihr
sprachlicher Ausdruck ist sehr modern, betont weiblich und wiederspiegelt
häufig zwischenmenschliche Situationen.
Mutiger Galerist
Seit bald einem Jahr arbeiten Sibylla Giger und Raphaela Schwyter zusammen.
Ihre letzte Ausstellung im Dezember in St.Gallen hat starke Beachtung gefunden
Ein Lob gebührt dem Galeristen Ruedi Minnig, dem es wieder einmal gelungen
ist, etwas Aussergewöhnliches nach Eschlikon zu bringen. Es lohnt sich für
jedermann/frau, sich das Gemeinschaftswerk der zwei jungen Frauen, das bis
zum 3. April jedes Wochenende gezeigt wird, anzusehen.
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Thurgauer
Zeitung 22. März 1988
Kunstwerke in Wort und Bild
rre.
"Bezeichnungen - Beschreibungen" zu so vielversprechenden Ausdrucksformen
haben sich zwei Künstlerinnen zusammengetan: Sibylla Giger aus Aadorf und
Raphaela Schwyter aus Zürich eröffneten am Freitag eine Ausstellung gemeinsamer
Werke in der Galerie s'Büdeli in Eschlikon. Schon lange befasst sich Sibylla
Giger mit der Malerei, erprobt verschiedene Techniken, findet Möglichkeiten
des gestalterischen Ausdrucks. Raphaela Schwyter hat sich der sprachlichen
Äusserung verschrieben.
Fluss von Farben und Worten
Faszinierend ist das Spiel mit Wort und Bild: Einander ergänzend oder wegstossend,
lösen die Werke beim Betrachter eine prickelnde Spannung aus. Man möchte
hinter das Spiel kommen, es durchschauen und vielleicht gar mitspielen.
Der Fluss von Farben, Formen und Worten möchte mitreissen. Doch erstaunt
bleibt man doch wieder daneben, schaut zu, möchte nicht weggespült werden
von den eindringlichen Empfindungen. "Frei durch sich selbst" heisst eines
der Werke. Und darin drückt sich die Eigenständigkeit der beiden Künstlerinnen
aus: Sie bleiben ihrer persönlichen Ausdrucksform treu.
Gegen die Einsamkeit
Seit einem knappen Jahr arbeiten die beiden zusammen. "Künstler sind oft
einsam. Sie arbeiten im stillen Kämmerlein für sich allein. Vor allem für
Schreiberlinge trifft das im besonderen Masse zu", meint Raphaela, "unsere
Zusammenarbeit war in erster Linie der Versuch eines Ausbruchs aus der Einsamkeit".
Nicht immer einfach gestaltet sich diese Zusammenarbeit. Manchmal werde
hart gekämpft. Die eigene Empfindung müsse so und nicht anders eingebracht
werden können in der eigenen Ausdrucksform: Kompromisse können nicht gemacht
werden, um sich selber treu zu bleiben. Manchmal sei es ein schmerzlicher,
langwieriger Prozess, bis ein Werk die Form der Gemeinsamkeit gefunden habe.
Dann wieder fliesse es fast von selbst. Ein ruhiges, harmonisches Werden
bestimmt dann das künstlerische Gestalten. Werke, die zum Betrachter sprechen
in den verschiedenen Ausdrucksformen von "Bezeichnen" und "Beschreiben",
zwei eigenständige Frauen, die gemeinsam zu ihren Aussagen stehen. Eine
homogene, Auge und Herz erfreuende Ausstellung ist nun das Resultat des
Ringens und Suchens zweier Künstlerinnen.
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Thurgauer
Volkszeitung 21. März 1988
und Wiler Tagblatt 21. März 1988
"Ein multimediales Werk - unser Traum"
VON KATRIN BREITENMOSER
ESCHILIKON - Raphaela Schwyter ist Schriftstellerin und Sibylla Giger Kunstmalerin,
eine etwas eigenartige Komposition für das Schaffen von einheitlichen Werken
- glaubt man! Die Vernissage am vergangenen Freitag in der Galerie "s'Büdeli"
in Eschlikon zur Ausstellung der beiden Künstlerinnen bewies das Gegenteil:
Bild und Text sind eins, ergänzen sich oder wägen sich gegenseitig ab; der
Text als Stütze oder als Anregung und das Bild als eigenständige Darstellung,
die vom Betrachter viel Auffassungs- und Einfühlungsvermögen verlangen.
Eine Kunst für Junge? Sicher aber ist sie speziell - vor allem die Gestaltungsweise
- und sie sprengt den Rahmen der üblichen Farbkompositionen. Fragmente aus
scheinbar erlebten Szenen bildlich dargestellt und dazu niedergeschriebene
Gedankenfetzen verwirren beim ersten Anblick: Die Bilder erwarten inniglichst
betrachtet und eingehend begutachtet zu werden: Durch das dominierende Weiss
in den Farbzusammenstellungen wirken die Werke starr, was durch die immer
wieder verwendeten Farben wie Grau, Schwarz, Silber und Gold noch unterstrichen
wird. Die Texte rufen die Bilder ins Leben, machen sie beweglich und geben
ihnen eine eigene Sprache die jeder versteht. Oft vermögen sie gar durchsichtige,
unerkennbare Umrisse zu visualisieren. Acryl und Dispersion sowie Blei-
und Farbstifte sind für Sibylla die Hilfsinstrumente für ihr künstlerisches
Schaffen.
"Schreiben war schon immer meine Leidenschaft"
Raphaela Schwyter, aufgewachsen in der Innerschweiz, ist. 31 Jahre alt und
lebt schon seit längerem in Zürich. Schreiben sei schon immer ihre Leidenschaft
gewe-sen, erzählte die junge Schriftstellerin und doppelte nach: "Alles
was mit der Sprache zu tun hat interessiert mich:" Sie .stellt die Texte
zu den Bildern der 29jährigen Sibylla Giger zusammen, die wie Raphaeia Schwyter
die Dolmetscherschule besucht hatte, um sich eingehend mit der Sprache auseinanderzusetzen.
Zuerst Steckenpferd dann Beruf
Seit ihrer Kindheit gehört das Malen zu Sibyllas Steckenpferd. Auf Aufforderung
von Bekannten, und Freunden stellte sie schliesslich einen Teil ihrer Bilder
der Öffentlichkeit vor. Ihre Werke fanden beim Publikum grossen Anklang
und heute steht Sibylla mitten in ihrer achten Ausstellung. Ruedi Minnig
aus Bronschhofen, Leiter und Verwalter der bekannten Galerie s'Büdeli, darf
Sibylla Giger bereits zum zweiten Mai in Eschlikon willkommenheissen. Die
gebürtige Aadorferin wohnt schon seit mehreren Jahren in St.Gallen und beschäftigt
sich heute hauptberuflich als Kunstmalerin.
"Unser Traum ist es, etwas Multimediales zu schaffen, um dadurch nicht immer
nur an der Leinwand zu kleben", verriet Sibylla unserer Zeitung gegenüber.
Die beiden scheinen auf ihrem künstlerischen Lebenspfad mit Humor in die
Zukunft zu blicken, so bezeichneten sich die beiden doch eigens (mit einem
Schmunzeln im Gesicht) als Lebenskünstlerinnen und Weltverbesserer.

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Neues
Wiler Tagblatt 16. März 1988
und Wiler Zeitung 17. März 1988
"Schau mich an - sprich zu mir"
ESCHLIKON (pd) Ein vielversprechendes Leitmotiv. Vielversprechende Techniken.
Eine andere Art, die verschiedenen Formen des Ausdrucks zu kombinieren.
Sibylla Giger, Malerin, und Raphaela Schwyter, Schriftstellerin, haben es
sich zum Ziel gemacht, das Optische, Malerei und Zeichnungen, mit dem Inhaltlichen,
Verbalen, Sprachlichen, zu verbinden. So verschmelzen Worte mit Eindrücken,
ergänzen sich das Gesehene und das Gesprochene, oder grenzen sich deutlich
voneinander ab. Ein wechselseitiges Spiel, das auf Leinwand und Papier immer
wieder anders, aber immer wieder vollumfänglich zum Zuge kommt - lebhaft,
harmonisch, prickelnd, ruhig. Phantasie sprengt den Rahmen des Herkömmlichen;
das schöpferische Denken pendelt zwischen Intuition und Können, Spannung
steigert die Aussagekraft. Der Fluss von Farben und Worten spricht an, regt
an. nhaltlich ernst oder verspielt, lebensnah .oder gar verschmitzt, spiegeln
die Bilder und Texte meist zwischenmenschliche Situationen: Aneinanderprallen,
Lieben, Anstacheln.
Die beiden Künstlerinnen arbeiten seit fast einem Jahr zusammen. Ihre letzte
Ausstellung fand im Dezember in St.Gallen statt. Sibylla Giger stammt aus
Aadorf und befasst sich schon seit langem mit der Malerei, dem Ausbau von
verschiedenen Techniken -und Möglichkeiten. Raphaela Schwyter kommt aus
Zürich und hat sich der sprachlichen Aeusserung verschrieben.
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Thurgauer
Zeitung 25. April 1986
Begegnung und Konfrontation
rre.
Figuren und Gesichter stehen im Mittelpunkt von Sibylla Gigers künstlerischem
Schaffen. Die Galerie "s Büdeli", Eschlikon, zeigt ihre Werke bis Ende April,
Jeweils Freitag, Samstag und Sonntag. Sibylla Giger, 1959 geboren, lebt
heute in Steinach. Sie möchte ihre Werke nicht einer bestimmten Stilrichtung
zugeordnet wissen, weil sie in "einer Welt der Ordnung und Kategorien gewisse
Freiräume offenlassen möchte".
Ihr ausdrucksstarker, sehr persönlicher Stil lässt Begegnungen mit der Künstlerin
zu; sie versteckt sich nicht. Vielmehr sucht sie den Dialog mit dem Betrachter,
teilt sich ihm mit und konfrontiert sich mit ihm. Wiewohl die Bilder ein
geschlossenes ruhendes Ganzes vermitteln, ist es doch keine faule Harmonie.
Nebst Dialog und Begegnung, geschieht Konfrontation; Abwehr - der Wunsch,
sich zu widersetzen.
"Die unängstliche Sehnsucht"
Schon die Benennung der Werke führt ein in die Anliegen der Künstlerin.
"Kommunikation", "Siamesischer Tanz" ist, trotz strenger Linienführung,
eine einzige Bewegung der Gemeinsamkeit. "Die nicht ganz unängstlichen Sehnsüchte"
lockern die oft strengen Bilder auf. Schmetterlinge bringen Verspieltheit
ins Bild, Schmetterlinge, welche allerdings einen Totenschädel umflattern.
Totenschädel
Der Totenschädel erscheint sowieso an manchen Orten, die Köpfe selber sind
streng dem menschlichen Schädel nachgezeichnet - wohl in Beschränkung aufs
Wesentliche: dem Ausruckverleihen einer Empfindung, eines Traumes, einer
Phantasie, was gleichsam eine starke Verbindung zur Realität schafft: Köpfe,
Figuren, Schädel, Schmetterlinge - auf diese wenigen Ausdruckmittel beschränkt
sich die Künstlerin, mit ihnen sagt sie viel - und sie sagt es in einer
zwar deutlichen, doch annehmenden Sprache. Ihre Werke treffen, kommen an,
gefallen und bleiben haften für weitere Begegnungen und Konfrontationen.
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St.Galler
Tagblatt 25. April 1986
VON RUTH RECHSTEINER
Sibylla Giger, 1959 geboren, lebt heute in Steinach. Sie, möchte ihre Werke
nicht einer bestimmten Stilrichtung zugeordnet wissen, weil sie in "einer
Welt der Ordnung und Kategorien gewisse Freiräume offenlassen möchte".
Selbstsuche und Dialog
Ihr ausdrucksstarker, sehr persönlicher Stil lässt Begegnung mit der Künstlerin
zu; sie versteckt sich nicht. Vielmehr sucht sie den Dialog mit dem. Betrachter,
teilt sich ihm mit und konfrontiert sich mit ihm: Wiewohl die Bilder ein
geschlossenes, ruhendes Ganzes vermittteln, ist es doch keine faule Harmonie.
Nebst Dialog und Begegnung geschieht Konfrontation, Abwehr - der Wunsch,
sich zu widersetzen.
"Die unängstliche Sehnsucht"
Schon die Benennung der Werke führt ein in die Anliegen der Künstlerin.
"Kommunikation", "Siamesischer Tanz" oder "Multipliziert" sind Ausdruck
des Wunsches nach Zwiegespräch, Gemeinschaft, Begegnung. Der "Siamesische
Tanz" ist, trotz strenger Linienführung, eine einzige Bewegung der Gemeinsamkeit.
"Die nicht ganz unängstlichen Sehnsüchte" lockern die oft strengen Bilder
auf, Schmetterlinge bringen Verspieltheit ins Bild. Schmetterlinge, die
allerdings einen Totenschädel umflattern. Der Totenschädel erscheint ohnehin
an manchen Orten. Die Köpfe selber sind streng dem menschlichen Schädel
nachgezeichnet - wohl in Beschränkung aufs Wesentliche: dem Ausdruckverleihen
einer Empfindung, eines Traumes, einer Phantasie, was gleichsam eine starke
Verbindung zur Realität schafft. Köpfe Figuren, Schädel, Schmetterlinge
- auf diese wenigen Ausdrucksmittel beschränkt sich die Künstlerin, mit
ihnen sagt sie viel - und sie sagt es in einer zwar deutlichen, doch annehmenden
Sprache. Ihre Werke treffen, kommen an, gefallen und bleiben haften für
weitere Begegnungen und Konfrontationen.
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Regional
Zeitung Hinterthurgau 16. April 1986
Sibylla Giger, 1959 in Aadorf geboren und aufgewachsen, lebt heute in Steinach.
Die bildende Kunst hat für sie eine starke Anziehungskraft als Mittel, ihre
Gedanken und Gefühle in eine Form- und Farbgebung zu kleiden. Sie vertritt.
einen eigenen, ausdrucksstarken Stil, der den Dialog mit dem Betrachter
sucht und gleichzeitig Ausdruck der Selbstsuche ist.
Ihre Bilder sind Fragmente aus Erinnerung und jetzt Geschehenem. Sie widerspiegeln
Mystik und Fiktion, welche den Betrachter in ihren Bann ziehen oder abstossen.
Sie stellen Phantasieträger innerer Bilder dar, verarbeitete oder unverarbeitete
Träume und haben trotz ihres surreaIen Charakters eine starke Verbindung
zur Realität. Die Bilder sind nicht nur gemalt, sondern empfunden und durchlebt
worden. Sie lassen dem Betrachter einen beachtlichen Freiraum offen, seine
Innerlichkeit darin wiederzufinden. Grosszügig geschwungene Formen zeichnen
Figuren und Gesichter, die im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeiten Sibylla
Gigers stehen...
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Wiler
Zeitung 16. April 1986
Mischtechnik und Zeichnungen
ahi.
Am kommenden Samstag, 19. April, 19 Uhr, wird in der Eschlilker Dorfgalerie
"s' Büdeli", eine Ausstellung von Werken der gebürtigen Aadorferin Sibylla
Giger eröffnet. Die heute in Steinach lebende, 27jährige Künstlerin vertritt
einen ganz persönlichen ausdrucksstarken Stil, der offensichtlich den Dialog
mit dem Betrachter sucht und gleichzeitig Ausdruck und Selbstsuche ist.
Ihre Bilder sind Fragmente aus Erinnerungen und aktuellen Geschehnissen
- sie widerspiegeln Mystik und Fiktion, Charakteren, welche den Betrachter
faszinieren oder abstossen. Die Ausstellung dauert bis zum 27. April.
Die bildende Kunst übt auf die Künstlerin eine starke Anziehungskraft aus,
dient als Mittel dazu, ihre Gedanken und Gefühle in Formen und Farbgebungen
zu kleiden. Ihre Werke stellen Phantasieerträge, innere Bilder dar, verarbeitete
oder unverarbeitete Träume, und haben trotz ihres surrealen Charakters eine
starke Verbindung zur Realität: Die Bilder sind nicht nur gemalt, sondern
empfunden und durchlebt worden.
Grosszügig geschwungene Formen und eckige Elemente zeichnen Figuren und
Gesichter, die im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeiten Sibylla Gigers
stehen. Traurig oder bös blickende Augen sind Ausdruck der unterschiedlichen
Charakterzüge im Menschen.
Die Zielsetzung der Künstlerin ist es, mit ihren Arbeiten den Dialog zwischen
den Menschen anzuregen und eine direkte Konfrontation zu suchen. Sie möchte
bewusst nicht einer Stilrichtung zugeordent werden, denn in einer Welt der
Ordnung und der Kategorien ist es wichtig; gewisse Freiräume offenzulassen.
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St.Galler
Tagblatt 18. April 1985
Die Werke in sich einlassen
VON KATHRIN VON ALLMEN
In Engelburg, an der Schönbühlstrasse, stellen seit letzten Samstag Sibylla
Giger (Malerei) und Urs Dürst (Skulpturen) in Privaträumen aus. Gezeigt
werden die neueren Werke der Malerin während Urs Dürst mit seinen lebendigen
Eisenskulpturen zum ersten Mal an die Oeffentlichkeit tritt.
"Ich bin das Bild das du nicht anschaust", eindringlich, immer wiederkehrend
tönt ab Tonband die Stimme von Sibylla; allgegenwärtig. Die Metapher dringt
in den Kopf, besetzt die Gedanken und zwingt den Betrachter, sich die Ausstellung
genau anzuschauen, dis Werke in sich einzulassen. Auf zwei Stockwerken präsentiert
die Malerin Sibylla Giger ihre neueren Werke. Sie sind- im Gegensatz zu
früheren Bildern - weniger farbig, wirken weiblich stark und gleichzeitig
fliessend. Ihre Thematik ist meist symbolisch, elementar oder mystisch,
politisch und persönlich. Die neuen Farbbilder, ein Fünfer-Zyklus, enthalten
leuchtende und dominante Farben und Töne (Türkis, Rot, Gold, Schwarz, Weiss
und Silber) erinnern in ihrer Komposition und Sattheit entfernt an Stohwasser.
Andere, meist im Schwarz-Weissen gehaltenen Bilder fallen durch den graphisch
anmutenden Strich und die vielen Frauenmotive auf.
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Die
Ostschweiz 8. Oktober 1984
Galerie Bankverein
Sibylla Giger Sibylla Giger, 1959 in Aadorf TG geboren und aufgewachsen,
lebt heute in Engelburg. Sie besitzt einen eigenen, ausdrucksstarken Stil,
der den Dialog mit dem Betrachter sucht und gleichzeitig Ausdruck der Selbstsuche
ist. Grosszügig geschwungene Formen und satte, klare Farben zeichnen Figuren
und Gesichter, die im Mittelpunkt, der künstlerischen Arbeiten Sibylla Gigers
stehen. Ihre Gestalten bestehen aus runden und eckigen Elementen. Traurig
oder bös dreinblickende Augen sind Ausdruck der unterschiedlichen Charakterzüge
im Menschen Die Zielsetzung der Künstlerin ist es, mit ihren Arbeiten den
Dialog zwischen den Menschen anzuregen und eine direkte Konfrontation zu
suchen.
In ihren kolorierten Tuschzeichnungen erzählt Sibylla Giger Geschichten,
die in einer Wirklichkeit beginnen und fast unmerklich in Traum, Mystik
und Unendlichkeit hineinfliessen und uns somit zu den innersten Gedanken
und Wünschen der Künstlerin hinführen. Ihre Malerei ist grossflächig und
verliert sich nur selten in minuziösen Details, denn das Bild soll dem Betrachter
eine klare Aussage vor Augen führen.
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St.Galler
Tagblatt 19. September 1984
Suchen nach neuen Ausdrucksformen
VON MÈLANIE RIETMANN
Vom 18. September bis zum 20. Oktober sind die Werke der Künstlerin Sibylla
Giger in der Bankverein-Galerie an der Gartenstrasse ausgestellt. In einem
Gespräch mit dem "Tagblatt" erzählt die frühere Uebersetzerin, warum sie
einen anderen als den vorgezeichneten Weg eingeschlagen habe und was ihr
die Malerei bedeute.
Als Kind schon hat Sibylla Giger aus Engelburg viel gemalt: Was immer auch
entstand, Sonnen und Monde dominierten. An ihrer Vorliebe für das Kosmische
hat sich bis heute nichts geändert.' Der Mensch sei diesen Einflüssen ausgesetzt,
-habe die damit verbundenen Spannungen zu ertragen: Sie steuerten sein Handeln..
Doch bis sich Sibylla Giger über diese Zusammenhänge so sachlich, beinahe
leidenschaftslos mit Aussenstehenden unterhalten konnte, musste sie einen
weiten Weg zurücklegen, einen Weg, der gekennzeichnet war durch ein ständiges
Suchen nach neuen Ausdrucksformen, ein Weg auch, der sie in tiefe Depressionen
führte.
Wildfang
Dabei sah es zunächst gar nicht so aus, als ab Sibylla je "Mühe" haben werde
mit ihrer Umwelt. "Ich tollte als Kind stundenlang herum, spielte Räuber
und Poli, am liebsten mit den Buben", erzählt sie. Sie gefiel sich darin,
andere zu unterhalten, Witze zu erfinden - man beachte: erfinden, nicht
"bloss" nacherzählen - oder einfach "komisch", zu sein. Irgendwann muss
sich dieser Charakterzug verloren haben, und irgendwann wurde sie stiller.
Noch während ihrer Ausbildung zur Übersetzerin reifte eine Idee, die sie
bis heute verfolgt: "Ich möchte eine neue Sprache finden." Die verbale Kommunikation
hat sie zur nicht-verbalen getrieben: Sie begann zu malen. Diese ersten
Bilder erschrecken: Viele Leute sind darauf zu sehen, aber ihre Gesichter
haben fratzenhafte Züge. Diese Menschen sind erfüllt von Angst, Angst über
sich selber und über das, was sie umgibt. Doch diese Phase hat Sibylla Giger
überwunden. Heute steht der einzelne Mensch im Mittelpunkt ihres Schaffens.
Wehmut
Ihre Frauenportraits fesseln besonders. "Wir Frauen sollten kräftiger werden,
ehrlicher auch, wir müssen zu unseren Werten stehen", sagt Sibylla Giger.
Dass dieser Prozess nicht ohne Trauer geht, beweisen die grossen schwarzen
Tränen auf einem Bild. Obwohl sie vor bunten Akzenten nicht zurückschreckt,
vibrieren viele ihrer Gemälde doch von einer verhaltenen Wehmut. Hat sie
sich mit ihrem Suchen nach neuen Formen, bewusst abgesetzt, so zeugen ihre
neueren Bilder vom Wunsch, diese Isolation zu überwinden. Denn mit einemmal
tauchen männliche und weibliche Elemente auf; und mit einemmal sieht man
zwei Menschen: "Ich fühle mich jetzt in einer neuen Phase", bestätigt sie.,
Noch ist, die schwarze Farbe nicht verschwunden, aber die Künstlerin scheint
jene Sprache gefunden zu haben, die sie zu Beginn ihrer neuen Lebensbahn
finden wollte, zumindest sieht sich der Betrachter vor ein eigenwilliges
Alphabet gestellt.
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Grossanzeiger
St.Gallen 18. September 1984
Spiegel menschlichen Ausdrucks
cj
Grosszügig geschwungene Formen und satte, klare Farben kennzeichnen die
Figuren und Gesichter, die im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeiten Sibylla
Gigers stehen. Zur Malerei kann die in Engelburg lebende künstlerin, wie
sie uns erklärte, aus der Erfahrung über die unbefriedigenden Ausdruckmöglichkeiten
der Sprache. Auffallend an ihrem Werk ist die Körperlichkeit des Dargestellten:
Die Bilder erfährt der Betrachter als Spiegel menschlichen Ausdrucks.
" Mir sind die Grenzen der Sprache als Ausdrucksmittel viel zu eng gesetzt"
meint Sibylla Giger in einem Gespräch. "Beim Malen habe ich mehr und vor
allem auch andere Möglichkeiten, beispielsweise das Licht. Insofern ist
die Malerei für mich auch eine Art "Sprache": Farbe, Form, Licht und Sujet
sind meine "Wörter", mit denen ich komponieren kann." Auffallend an ihrem
Werk ist, dass der Mensch im Mittelpunkt steht: Ihre Bilder zeigen mehrheitlich
Gesichter und Körper von Menschen . Traurige oder böse dreinblickende Augen
ziehen den Betrachter in ihren Bann, halten ihm gewissermassen einen Spiegel
vor Augen.
Woher nimmt die Künstlerin nun die Ideen für ihre Bilder? - "Ich nehme menschliche
Erfahrungen, Bedürfnisse, Gefühlsausdrücke etc. wahr, versuche das alles
zu verarbeiten, zusammenzufassen, Paralellen zu sucheb und reflektiere schliesslich
alles wieder in meinem Bildern. Wenn du eines meiner gemalten Gesichter
betrachtest, so fällt dir auf, dass es etwas Universelles an sich hat. Es
ist fast perfekt, und das rührt von der Tatsache, dass es eine Zusammenfassung
von vielen gesehenen Gesichtern darstellt. Dadurch erleichtere ich dem Betrachter
den Zugang zu meinen Bildern, den Prozess, sich in einem meiner Gesichter
zu finden."...
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Grossanzeiger
Appenzeller Woche 1. Mai 1984
Träume - realer als die Wirklichkeit
cj
Wieder einmal verhilft Rudolf Zürcher in der Schloss-Galerie einer jungen,
noch nicht so bekannten Künstlerin, ihre Bilder einer grösseren Oeffentlichkeit
vorzustellen: Sibylla Giger aus Aadorf zeigt ihre eigenwillige Malerei,
die stark vom Unterbewusstsein geleitet wird.
Sibylla Giger fühlte sich schon während ihrer Schulzeit zur Malerei hingezogen
Seit 1981 setzt sie nun ihre zeichnerischen Ideen um: Das Resultat sind
flächig gestaltete Bilder mit den farblichen Grundstimmungen schwarz und
weiss. Dazu kommen dumpfe bis leuchtende Mischtöne Als druchgehendes Thema
spürt der Betrachter in ihren Bildern das Traumhafte. In Ihren kolorierten
Tuschzeichnungen mit geometrischen und geschwungenen Formen spricht sie
durch die Darstellung surrealistisch aufgelöster Gesichter das innere Auge
des Bildbetrachters an.
Man versinkt richtiggehend in ihren Bildern und in den dadurch ausgelösten
eigenen Erinnerungen und Gedanken Durch das Traumhafte, das die Wünsche
und Ängste der Künstlerin wiederspiegelt, entsteht eine "neue" Wirklichkeit:
das Subjektive, das vielfach realistischer ist als die "normale" Wirklichkeit.
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Thurgauer
Volkszeitung 27. April 1984
Aadorfer Künstlerin stellt erfolgreich aus Herisau
(e) Die 1959 geborene Aadorferin Sibylla Giger, stellt zurzeit bis zum 5.
Mai ihre Bilder in der Schlossgalerie Herisau aus.
Klar erkennbare Gesichter, vom Gegenständlichen bis ins Abstrakte abweichend,
zeichnen sich durch ihre grosse Ausdruckskraft aus. Sie wollen aus dem Innersten
heraus das Du suchen, verraten aber donnoch klar das träumerische "Ego"
der Künstlerin. Sie scheint ihren Stil gefunden zu haben, die Regelmässigkeit
ihrer Arbeiten ist denn auch beachtenswert. Unser Bild: "Königliche Hoheiten
aus dem Reich der Fantasie" oder "fragende Augen aus einer verwirrenden
Welt"?
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Appenzeller
Tagblatt 17. April 1984
Eigenwillige Bilder suchen den Dialog
VON MAX REINHARD
Mit der Präsentation der Bilder von Sibylla Giger ist es den Verantwortlichen
gelungen, eine Ausstellung von Format und hohem künstlerischem Niveau zu
präsentieren. Obwohl Sibylla Giger, geboren am 23.8.1959 und aufgewachsen
in Aadorf TG, noch zur jungen Künstlergeneration gehört, hat sie doch bereits
einen klaren und beeindruckenden Stil gefunden. Man ist fasziniert von ihren
Bildern, überrascht von der gewollt grosszügigen und grossflächigen Farbgebung
und man fühlt sich zur Stellungnahme verpflichtet. Damit wird man der Zielsetzung
der Künstlerin gerecht, denn sie will, dass man mit ihren Arbeiten den Dialog
und die Konfrontation sucht.
Spiel mit Form und Farben
Schon während ihrer Schulzeit fühlte sie sich zur bildenden Kunst hingezogen
und drückte dies in zahlreichen Skizzen und Zeichnungen aus. Seit 1981 setzt
Sibylla Giger diese zeichnerischen Ideen nun in eigenwillige Malereien um.
Ihre Bilder sind ein gekonntes Spiel mit Formen und Farben. Vorwiegend flächig
durchgestaltet sind ihre Grundstimmungen meist in schwarz und weiss ausgedrückt.
Dazu gibt sie dann als Komponenten dumpfe bis leuchtende Mischtöne, um die
Flächen dazwischen wohltuend aufzulockern. Geometrische und geschwungene
Formen dominieren das Bild und zeichnen ihre Figuren und Gesichter. Porträts
und Köpfe stehen im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens von Sibylla
Giger und sind wohl auf eine gewisse Selbstanalyse und Selbstsuche der Künstlerin
zurückzuführen.
Zeitspiegel
Sibylla Giger lässt sich in ihrer Arbeit stark von ihrem Unterbewusstsein
leiten, und ihre Bilder wollen gewissermassen auch einen Zeitspiegel darstellen.
Dies bringt sie vor allem in ihren kolorierten Tuschzeichnungen zum Ausdruck.
Diese Kunstwerke, die den Betrachter in ihren Bann ziehen, tragen die ganz
persönliche Handschrift der Künstlerin und sind deshalb ziemlich schwer
in eine bestimmte Richtung Einzustufen. Gewisse Arbeiten sind noch klar
gegenständlich zu ergründen, andere wiederum surrealistisch "angehaucht"
oder wechseln ins Abstrakte. Realität und Wirklichkeit, Enge und Freiheit
stehen im Raum zwischen Traum, Mystik und Unendlichkeit und geben Einblick
in das Innenleben der Künstlerin. Jedes Thema ist aber auch eine Herausforderung
an ihr Schaffen. Ein Schaffen, das oft auf den ersten Blick schwer zu ergründen,
aber um so reizvoller und interessanter bei eingehender Konfrontation eingestuft
werden darf.
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Appenzeller
Zeitung 13. April 1984
Sibylla Giger in der Schloss-Galerie Herisau
Bilder - Verbündete der Wahrheit
Mit Sibylla Giger aus Engelburg stellt in der Schloss-Galerie Herisau eine
Künstlerin ihre Bilder aus, die ihren eigenen Stil bereits gefunden hat.
Die Werke der jungen Malerin ziehen den Betrachter in ihren Bann. Sie suchen
den Dialog und die Kommunikation mit ihm: Grosszügige Linien helle und freundliche
Farben und Gesichter in verschiedenen Variationen wirken unmittelbar auf
ihn.
Schon während ihrer Schulzeit fühlte sich die in Aadorf aufgewachsene Sibylla
Giger zur bildenden Kunst hingezogen; was sie in Skizzen und Zeichnungen
auszudrücken versuchte. Seit 1981 setzt sie diese zeichnerischen Ideen in
eigenwillige Malereien um. Farbliche Grundstimmungen sind schwarz und weiss,
für die Flächen dazwischen verwendet sie dumpfe bis leuchtende Mischtöne.
Auch geometrische und geschwungene Formen zeichnen ihre Figuren und Gesichter.
Sibylla Giger lässt sich in ihrer Arbeit stark von ihrem Unterbewusstsein
leiten. Der Traum findet sich oft in ihren kolorierten Tuschzeichnungen,
aber auch in surrealistisch aufgelösten Gesichtern.
Klar erkennbare Gesichter wie im Bild "Matriarchalische königliche Hoheit"
oder Gesichter die als solche noch gegenständlich sind oder ins Aufgelöst-Abstrakte
wechseln, sind Ausdruck dafür, dass die Künstlerin auf der Selbstsuche ist.
Das Motiv des sich selbst suchenden Ichs findet sich ebenso in den Träumen
wie in den aufgelöst wirkenden Gesichtern. Wo ein Ich ist, ist ein Du. Das
Ich findet oder verwirklicht eine Beziehung zu einem Du: Dialog und Kommunikation
ermöglichen und schaffen eine solche Beziehung. Sie machen. Einsamkeit erträglich.
Start wirkende Gesichter leben auf durch die Blicke, die wir auf sie werfen.
Wenn sich Augen in Blumenblüten befinden, so deutet dies auf eine Hoffnung,
die Sibylla Giger im Bild "Augenblicke" darzustellen versucht: Da die Blüten
noch geschlossen sind, ist Hoffnung möglich.
Dem einsamen Ich steht die Zweisamkeit einer Beziehung gegenüber. Die Augen
und die Blicke sind offen, um das Du zu suchen. Die elegant geschwungenen
Linien drücken diesen Wunsch, diesen Traum und diese Projektionen aus. Sie
gehen sowohl von einem Ich als auch von einer Beziehung aus. Die Linien
strahlen ins Leere oder in den unendlichen Kosmos. Sie finden aber auch
ihr Ziel.
Sibylla Giger will in ihren Bildern die Vergangenheit, die Unendlichkeit,
die Harmonie und Disharmonie, Geist und Körper, die Erde und die Luft, die
Mystik und das Erdenleben, die Freiheit und Enge darstellen. Diese Themen
fordern ihr Schaffen heraus. Sie versteht deshalb ihre Bilder ab Spiegel,
in der sich der Betrachter selbst wiedererkennen kann, als Verbündete und
als Ausdruck menschlicher Bedürfnisse. Ihre Werke sprechen das innere Auge
an und wirken deshalb zeitlos.
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Regional
Zeitung Hinterthurgau 2. Mai 1984
Aadorfer Künstlerin stellt aus
Anfangs April fand in Anwesenheit angeseher Persönlichkeiten die Vernissage
zu einer Ausstellung in Herisau statt. Die 1959 geborene und in Engelburg
wohnende Sibylla Giger fühlte sich schon lange zur bildenden Kunst hinngezogen.
Seit einigen Jahren nun scheint sie ihren Stil gefunden zu haben. Die oft
recht eigenwilligen Ideen zu ihren Bildern schöpft sie offensichtlich aus
ihrem . Sie malt zumeist in geometrischen und geschwungenen Formen in schwarz
und weiss auf farbiger Grundstimmung. Der grosse Erfolg der Ausstellung
beweist, dass sie sich auf dem rechten Wege befindet und ihre Bilder recht
rasch Liebhaber finden.

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